Vorankündigungen

Aktu­ell berei­ten wir die Durch­füh­rung von zwei Ver­an­stal­tun­gen vor.

Zum einen wer­den wir uns Mit­te Dezem­ber mit den sozia­len, öko­no­mi­schen und poli­ti­schen Fak­to­ren der jiha­dis­ti­schen Radi­ka­li­sie­rung von jun­gen Män­nern und Frau­en in Deutsch­land auseinandersetzen.

Außer­dem arbei­ten wir an einer Ver­an­stal­tungs­rei­he zur Aktua­li­tät Femi­nis­ti­scher Materialismen/Materialistischer Femi­nis­men, die aller Vor­aus­sicht nach auch Ende die­sen oder Anfang nächs­ten Jah­res statt­fin­den wird.

Kon­kre­te Ankün­di­gun­gen zu den Ver­an­stal­tun­gen wer­den wir recht­zei­tig hier und über unse­re Face­book-Sei­te bekannt geben. Wir freu­en uns auf inter­es­san­te Aben­de mit euch.

Philosophie, Politik & Subjektivität heute

Ver­an­stal­tung am 29. Novem­ber 2019

Seit einem Jahr die Gilets Jau­nes in Frank­reich, die aktu­el­len Ereig­nis­se im Liba­non und in Chi­le auf der einen Sei­te. Die kürz­li­che deutsch­spra­chi­ge Ver­öf­fent­li­chung eines Buchs, das vor 25 Jah­ren in Frank­reich unter dem Titel _Anthropologie du nom_erschienen ist, auf der ande­ren – lässt sich das eine im Lich­te des ande­ren betrachten?

Anfang der 1990er Jah­re leg­te das Buch ein ers­tes Resü­mee einer spe­zi­fi­schen poli­ti­schen Erfah­rung des Frank­reichs der 1970er und 1980er Jah­re vor: die­se mün­det in der For­mu­lie­rung einer Unter­su­chungs­form die von der ein­fach anmu­ten­den Aus­sa­ge aus­geht, dass die Leu­te denken.

Unter Hin­zu­nah­me der Hypo­the­se, dass es eine Poli­tik gibt, die sich im Ele­ment die­ses Den­kens ent­fal­tet, lässt sich eine metho­disch infor­mier­te Per­spek­ti­ve auf die damals aktu­el­le wie die ver­gan­ge­nen Poli­ti­ken ein­neh­men. Auf­grund der Tat­sa­che, dass man es dabei mit einem Den­ken der Poli­tik zu tun hat, gilt es, die Aus­sa­gen der poli­ti­schen Akteu­re für sich selbst genom­men, d.h. in ihrer Buch­stäb­lich­keit, zu betrach­ten. Wor­in besteht die Aktua­li­tät die­ses Ansat­zes ange­sichts der aktu­el­len poli­ti­schen Situa­ti­on? Dar­über möch­ten wir gemein­sam mit dem Autor, Syl­va­in Laza­rus, dem Phi­lo­so­phen Frank Ruda und Euch bzw. Ihnen diskutieren.

Um in die Dis­kus­si­on die­ser Fra­ge ein­zu­lei­ten, wer­den die bei­den Über­set­zer der deutsch­spra­chi­gen Aus­ga­be, Clé­ment Dréa­no und Moritz Herr­mann, über die Arbeit an der Über­set­zung und eini­ge Grund­zü­ge des Buchs spre­chen. Dabei wer­den sie ins­be­son­de­re auf Laza­rus‘ Vor­ge­hens­wei­se und des­sen grund­le­gen­den Aus­sa­gen eingehen: 

_Die Leute_denken _und _Das Den­ken ist Ver­hält­nis des Realen_. Wie tritt die mög­li­che Unter­su­chung der Poli­tik zu die­sen zwei Aus­sa­gen hin­zu bzw. wel­che poli­ti­schen Über­le­gun­gen lie­gen sei­ner­seits der For­mu­lie­rung die­ser zwei Aus­sa­gen zugrunde?

In unmit­tel­ba­rem Bezug auf die mög­li­che Aktua­li­tät des Buchs wird dar­auf­hin der Autor, Syl­va­in Laza­rus, selbst das Wort ergrei­fen. Das Erschei­nen der _Gilets Jau­nes _jährt sich in die­sem Monat und prägt wei­ter­hin die poli­ti­sche Situa­ti­on in Frank­reich. In enger Beglei­tung ihrer Poli­tik kon­fron­tiert er sich und sei­ne Vor­ge­hens­wei­se mit dem, was dort pas­siert. Er wird erläu­tern, wie sich die­ses Phä­no­men aus sei­ner Per­spek­ti­ve her­aus dar­stellt und inwie­fern es ihn wie jeden ein­zel­nen in Frank­reich dazu zwingt, sei­ne oder ihre Begriff­lich­kei­ten zu über­den­ken. Kurz gesagt ist die Fra­ge: Was ist die Neu­heit der _Gilets

Jaunes_ und was ihre Poli­tik, sofern wir von einer spre­chen kön­nen? Aus­ge­hend von wel­chen Wor­ten oder Namen müs­sen wir die­se Fra­ge stel­len? In einem abschlie­ßen­den Vor­trag wird Frank Ruda dem Ver­hält­nis von Poli­tik und Phi­lo­so­phie nach­ge­hen. Inwie­fern lässt sich die Poli­tik in ihren sin­gu­lä­ren Mani­fes­ta­tio­nen phi­lo­so­phisch erfas­sen und wel­che mit­un­ter unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven erge­ben sich dabei auf die Poli­tik selbst? Wie ist genau­er das zu begrei­fen, was Laza­rus die _Sättigungsmethode _nennt, d.h. eine spe­zi­fi­sche Bezug­nah­me eines Den­kens auf ein ande­res, einer Poli­tik auf eine ande­re? Inwie­fern ist es poli­tisch, phi­lo­so­phisch und intel­lek­tu­ell rele­vant, auf eine solch imma­nen­te Wei­se vorzugehen?

Im Anschluss dar­an wird es Raum für eine Dis­kus­si­on geben. Der Vor­trag von Syl­va­in Laza­rus wird alter­nie­rend in fran­zö­si­scher und deut­scher Spra­che, der von Frank Ruda auf Eng­lisch gehal­ten. Bei der Dis­kus­si­on wird eine Über­set­zung gestellt.

Den Link zur deut­schen Über­set­zung fin­det ihr hier.

SYLVAIN LAZARUS

PHILOSOPHIE, POLITIK & SUBJEKTIVITÄT HEUTE

INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG, SITZUNGSRAUM I (PARTERRE)

29. NOVEMBER 2019: 18.15 – 21.45 UHR

ZEITPLAN

18.15 – 18.45 CLÉMENT DRÉANO & MORITZ HERRMANN:

Ein­lei­ten­de Wor­te zur Ver­an­stal­tung und zur Übersetzung

18.45 – 19.30 SYLVAIN LAZARUS

_L’Anthropologie du nom peut-elle mett­re un Gilet Jau­ne? _/ _Kann die Anthro­po­lo­gie des Namens eine Gelb­wes­te tragen?_ (Vor­trag in fran­zö­si­scher und deut­scher Sprache)

19.30 – 20.15 FRANK RUDA

_Philosophy – Poli­tics. An Odd Cou­p­le _(Vortrag in eng­li­scher Sprache)

20.15 – 20.30 Pause

20.30 – 21.45 DISKUSSION

Wir freu­en uns über Euer/Ihr Kommen!

Eine Ver­an­stal­tung orga­ni­siert von Clé­ment Dréa­no, Jan Wei­se und Moritz Herr­mann – mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Forum Kri­ti­scher Wissenschaften 

Antigenderismus, Antisemitismus und Muslim*innenfeindlichkeit – Sozialpsychologische Überlegungen zum ideologischen Syndrom der extremen Rechten

Vor­trag von Sebas­ti­an Winter

am 12. Juni 2019

Im Rah­men der Vortragsreihe 

//back to the future – Zur Aktua­li­tät eines mate­ria­lis­ti­schen Feminismus//



Der Kampf gegen den „Gen­de­ris­mus“ ver­eint die extre­me Rech­te und fin­det Anklang bis hin zu FAZ und Spie­gel. Bereits die kon­ser­va­ti­ve Revo­lu­ti­on der 1920er Jah­re pro­pa­gier­te den Kampf gegen als „ver­ju­det“ inter­pre­tier­te Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se der Geschlech­ter­ord­nung. Im Natio­nal­so­zia­lis­mus wur­de dann unter dem Vor­zei­chen der Volks­ge­mein­schaft eine „neue Syn­the­se“ der Geschlech­ter ver­hie­ßen, die frei sei von den zer­set­zen­den Ein­flüs­sen der Frau­en­eman­zi­pa­ti­on, aber auch von „Lüs­tern­heit“ und allem Künst­li­chem. Heu­te rich­tet sich die Stoß­rich­tung gegen staat­li­che Gleich­stel­lungs­po­li­tik, libe­ra­len Sexu­al­kun­de­un­ter­richt, femi­nis­ti­sche Kri­tik und jede Dena­tu­ra­li­sie­rung des Geschlecht­li­chen. Ver­schwö­rungs­theo­re­tisch wird eine „Gen­der-Lob­by“ als dahin­ter trei­ben­de dunk­le Kraft ver­mu­tet, wel­che die Deut­schen umer­zie­hen will – und wie­der fin­den sich (struk­tu­rell) anti­se­mi­ti­sche Asso­zia­tio­nen. Schein­bar para­dox wird gleich­zei­tig oft­mals die Ableh­nung von „Frau­en­un­ter­drü­ckung“ und Juden­feind­schaft demons­tra­tiv betont. Man ste­he hier als gute Deut­sche oder guter Deut­scher ganz im Gegen­satz zu „den Mos­lems“ und „NAFRIs“. Wie ist die­ses ideo­lo­gi­sche Syn­drom sozi­al­psy­cho­lo­gisch zu inter­pre­tie­ren? Was macht sei­ne affek­ti­ve Attrak­ti­vi­tät aus?


Sebas­ti­an Win­ter ist Lehr­be­auf­trag­ter am Insti­tut für Sozio­lo­gie der Leib­niz Uni­ver­si­tät Han­no­ver und Koor­di­na­tor der Arbeits­ge­mein­schaft Poli­ti­sche Psy­cho­lo­gie. Sei­ne Arbeits­schwer­punk­te sind Geschlech­ter- und Sexua­li­täts­ge­schich­te der völ­ki­schen Bewe­gung, des Natio­nal­so­zia­lis­mus und der post­na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Gesell­schaf­ten, Anti­se­mi­tis­mus­for­schung, Geschlech­ter­theo­re­ti­sche Sozia­li­sa­ti­ons­theo­rie sowie Psy­cho­ana­ly­ti­sche Sozialpsychologie.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen bei Face­book.

Eine Ver­an­stal­tung von FfeM und AK069 mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Forum Kri­ti­scher Wissenschaften.

Zur Kritik der neoliberalen Universität

Vor­trag von Ger­hard Stapelfeldt

am 17. April 2019

Die Uto­pie der Bil­dung ver­sprach einst, daß der Mensch durch sei­nen Auf­stieg zur Got­tes­eben­bild­lich­keit sich selbst und sei­ne Welt durch Ver­nunft zu bil­den ver­möch­te: einem Bild­hau­er gleich. Bil­dung ist: höchs­te theo­re­ti­sche Ein­sicht in die Welt als Gan­ze, prak­ti­sche Ver­wirk­li­chung des Men­schen als Men­schen, der Gesell­schaft als eines ver­nünf­ti­gen „Ver­eins frei­er Men­schen“ – so daß der Mensch sich sei­ner selbst und sei­ner Ver­hält­nis­se be­wußt ist. Als Pro­zeß ist Bil­dung: Welt- und Selbst­auf­klä­rung durch das „Än­dern der Umstän­de“ und „Selbst­ver­än­de­rung“ ineins (Marx). Die­se Idee wur­de gebo­ren in der Anti­ke, radi­ka­li­siert in der Renais­sance, lei­ten­de Uto­pie in der Epo­che der libe­ra­len Auf­klä­rung – um am Ende des 19. Jahr­hun­derts in der Aus­bil­dung von Men­schen zu Maschi­nen­men­schen in einer irra­tio­nal-ra­­tio­na­len Maschi­nen­ge­sell­schaft unter­zu­ge­hen. Die neu­es­te Gestalt der Nega­tion jener Ver­nunft-Uto­pie durch den gesell­schaft­li­chen Feti­schis­mus ist der zur Glo­ba­li­sie­rung ver­all­ge­mei­ner­te Neo­li­be­ra­lis­mus: die neo­li­be­ra­le Wis­sensgesellschaft. Die Pro­duk­ti­ons­stät­te des gesell­schaft­lich analpha­be­ti­schen Wis­sens der Wis­sens­ge­sell­schaft ist die neo­li­be­ra­le Uni­ver­si­tät. In ihr wird der Wis­sen­de an eine dar­wi­nis­ti­sche Wett­be­werbs­ge­sell­schaft angepaßt, die nur Sie­ger und Ver­lie­rer kennt: „Über­le­ben des Erfolg­rei­chen“ und „Selek­tion“ (Hayek).


Prof. Dr. Ger­hard Sta­pel­feldt lehr­te von 1979 bis 2009 am Insti­tut für So­ziologie der Uni­ver­si­tät Ham­burg. Seit­dem arbei­tet er als frei­er Schrift­stel­ler in Hamburg.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es bei Face­book sowie einen Audio-Mit­schnitt zum nach­hö­ren bei Sound­cloud.

Eine Ver­an­stal­tung in Koope­ra­ti­on mit dem Refe­rat für Poli­ti­sche Bil­dung (Pol­Bil) des All­ge­mei­nen Stu­die­ren­den­aus­schus­ses (AStA) der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Forum Kri­ti­scher Wissenschaften.

Kongress: Kritische Theorie und Feminismus

Eine kri­ti­sche Theo­rie der Gesell­schaft und eine femi­nis­ti­sche Kri­tik sind in ihrem Zugang zur Gesell­schaft ver­bun­den, bei­de wei­sen zugleich prak­ti­sche sozia­le Kon­flik­te und gesell­schaft­li­che Wider­sprü­che aus. Sol­che wis­sen­schaft­lich zu befra­gen heißt, die Bedin­gun­gen der Mög­lich­keit die­ses Gegen­stan­des zu pro­ble­ma­ti­sie­ren: Also Erkennt­nis aus­ge­hend von Kri­tik zu voll­zie­hen.
Den­noch tre­ten femi­nis­ti­sche Per­spek­ti­ven auf Gesell­schaft und sol­che Ansät­ze, die an die Kri­ti­sche Theo­rie anschlie­ßen, in gegen­wär­ti­gen Debat­ten immer wie­der in einem Span­nungs­ver­hält­nis auf. Metho­di­sche Fra­gen – zur Form eines gesell­schaft­li­chen Sub­jekts oder des­sen psy­cho­so­zia­ler Kon­sti­tu­ti­on – spie­len in die­ser Gegen­über­stel­lung eine wich­ti­ge Rol­le. Glei­ches gilt für die erkennt­nis­theo­re­ti­schen Modi, durch die Gesell­schaft begrif­fen wer­den soll. So war die fun­da­men­ta­le Funk­ti­on der Model­le einer Freud­schen Psy­cho­ana­ly­se für die Frank­fur­ter Schu­le auf Grund ihrer Zen­trie­rung des männ­li­chen Sub­jekts und ihrer Ten­denz zur Fest­schrei­bung geschlecht­li­cher Rol­len­ver­tei­lung immer wie­der Anlass für femi­nis­ti­sche Kri­tik. Kri­ti­sche Theo­rie steht wie­der­um sprach­phi­lo­so­phisch ope­rie­ren­den Begrif­fen eines Sub­jekts, wie sie etwa für den Queer-Femi­nis­mus wich­tig sind, meist reser­viert gegen­über. Auch in der Ana­ly­se und Bewer­tung ästhe­ti­scher For­men und mas­sen­me­di­al struk­tu­rier­ter Öffent­lich­keit besteht Kon­flikt­po­ten­ti­al. So beto­nen etwa die Cul­tu­ral Stu­dies die Rele­vanz pop­kul­tu­rel­ler Kunst­for­men und begrei­fen sie als Mög­lich­keit eines eigen­sin­ni­gen Aus­drucks, aus­ge­hend von der Erfah­rung gesell­schaft­li­cher Unter­drü­ckung. Gera­de dar­in erken­nen Vertreter*innen der Kul­tur­in­dus­trie-The­se wie­der­um ein Moment der Unter­drü­ckung: eine Tri­via­li­sie­rung, durch die Leid noch zum Zwe­cke des ‚Ver­gnü­gens‘ ver­wert­bar erscheint und die einen tat­säch­li­chen Aus­druck von Nicht-Iden­ti­tät unter­mi­niert. Zugleich man­gelt es in den sich mate­ria­lis­tisch geben­den Über­le­gun­gen über die Markt­för­mig­keit des Wirk­li­chen in der Regel an einem Ver­ständ­nis von repro­duk­ti­ver Arbeit als essen­ti­ell für die Funk­ti­ons­wei­se von Kapi­ta­lis­mus.
Die­se Kon­flik­te sind nur eini­ge Bei­spie­le, anhand derer die Viel­zahl von Fra­gen deut­lich wer­den, die eine qua­li­fi­zier­te Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Ver­hält­nis von Kri­ti­scher Theo­rie und Femi­nis­mus auf­wer­fen muss: Wel­che Gel­tung und Reich­wei­te kön­nen sol­che kri­ti­schen Metho­den für sich behaup­ten? Müs­sen sie so all­ge­mein ange­legt sein, wie der tota­le gesell­schaft­li­che Gesamt­zu­sam­men­hang, auf den sie ange­wen­det wer­den oder wäre Kri­tik immer auf jenen sub­jek­ti­ven Zugang zu Gesell­schaft zu beschrän­ken, von dem aus sie for­mu­liert wird?
Die­sen und ande­ren Fra­gen wol­len wir uns vom 8. bis zum 9. Febru­ar 2019 an der Goe­the- Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main wid­men. Im Rah­men die­ser Tagung möch­ten wir Bestand, Mög­lich­kei­ten und Kon­flik­te von For­schung und Theo­rie­bil­dung zum Ver­hält­nis von Femi­nis­mus und Kri­ti­scher Theo­rie erfas­sen. Wir laden hier­zu alle Inter­es­sier­ten herz­lich ein, teil­zu­neh­men und mit uns zu diskutieren. 

Programm

Frei­tag, 8. Febru­ar 2019

13:00 – 13:30     Begrüßung

13:30 – 15:30     Panel I: Par­ti­ku­la­ris­mus und Universalismus: 

Chris­ti­ne Achin­ger: Uni­ver­sa­lis­mus und Dif­fe­renz in der kapi­ta­lis­ti­schen Moder­ne: Bil­der von Ras­se, Geschlecht und des Jüdi­schen als Konstellation 

Dag­mar Wil­helm: Nega­ti­ve Dia­lek­tik und Femi­nis­mus: das Nicht-iden­ti­sche und das “Eini­gen­de“

Alex­an­dra Col­ligs: Rela­ti­vis­mus statt Uni­ver­sa­lis­mus. Queer-Femi­nis­mus und Iden­ti­ty  Politics.

16:30 – 18:30  Panel II: Kri­ti­sche Theo­rie und femi­nis­ti­sche Ideologiekritik: 

Katha­ri­na Lux: Wel­ches Sub­jekt Frau? Femi­nis­ti­sche Sub­jekt­kri­tik in der auto­no­men Frauenbewegung 

Kosch­ka Lin­ker­hand: Das poli­ti­sche Sub­jekt Frau. Was kann ein mate­ria­lis­ti­scher  Femi­nis­mus leisten?

Bar­ba­ra Umrath: Von Marx zur Kri­tik der Zweigeschlechtlichkeit

19:00 – 20:30     KEYNOTE 

Regi­na Becker-Schmidt:  Arbeits- und Lebens­ver­hält­nis­se von Frau­en im Span­nungs­feld von Uni­ver­sa­li­sie­rung und Par­ti­ku­la­ris­mus. Ein femi­nis­ti­scher  Blick auf den Struk­tur­zu­sam­men­hang  von gesell­schaft­li­cher Frag­men­tie­rung, der Öko­no­mi­sie­rung von markt­fer­nen Sozi­al­be­rei­chen und andro­zen­tri­schen Sexualordnungen

Sams­tag, 9.Februar 2019

10.00 – 12:00  Panel III: Geschlecht, Arbeit, Kapitalismus:

Sarah Speck: Ungleich­zei­tig­kei­ten, Wider­sprü­che, Para­do­xien – Eine  gesell­schafts­theo­re­ti­sche Per­spek­ti­ve auf den Wan­del von Arbeits- und  Geschlechterverhältnissen

Fran­zis­ka Haug: „Hier wird begra­ben ein Kör­per, der mich unter sich begra­ben hat“.  Die Pro­duk­ti­on von Geschlecht durch Arbeit bei Tho­mas Braschs „Lovely Rita“

13:00 – 15:00     Panel IV: Psy­cho­ana­ly­se und Kri­ti­sche Theorie: 

Sebas­ti­an Win­ter: Anti­gen­de­ris­mus – Abwehr des Sexualitätsdilemmas 

Chris­ti­ne Kirch­hoff:  Nicht-Iden­ti­sches und die Sehn­sucht nach der „vol­len Iden­ti­tät“. …und was will eigent­lich das Weib?

Ilka Quin­deau: „Männ­lich, weib­lich, divers“ – zur Ambi­va­lenz geschlecht­li­cher  Identifizierungen

15:30 – 17:30     KEYNOTE 

Karin Stö­g­ner: Weib­lich­keit und Wider­spruch. Spu­ren einer kri­ti­schen Theo­rie der Geschlech­ter­ver­hält­nis­se bei Ben­ja­min und Adorno

Abschluss­dis­kus­si­on

Face­book-Ver­an­stal­tung: https://www.facebook.com/events/2270967133160311/

Deutschrap und Antisemitismus“

Am Frei­tag, 18.08.2017 um 19:00 Uhr im Café KoZ

Bevor ich mir von irgend­ei­nem Rap­per den Nah­ost­kon­flikt erklä­ren las­se, hör ich lie­ber einen Song übers Ficken“ (Stai­ger 2015)

Nicht erst seit dem offe­nen Brief des Zen­tral­rats der Juden gegen den Auf­tritt von Kol­le­gah beim Hes­sen­tag und der erfolg­ten Absa­ge der geplan­ten Rap-Night ist Anti­se­mi­tis­mus im Deutschrap ein Thema.
Chu­cky Gold­stein ist Kul­tur­wis­sen­schaft­ler und frei­er Autor zum The­men­schwer­punkt Pop- und Rap­kul­tur. Er wird dem Ver­hält­nis von Deutschrap und Anti­se­mi­tis­mus nach­ge­hen und ins­be­son­de­re auf die Rol­le von Deutschrap als Sub­kul­tur und von Anti­se­mi­tis­mus als „nega­ti­ve Leit­idee der Moder­ne“ (Salz­born) ein­ge­hen. Das Vor­ge­stell­te wird er mit dem Jour­na­lis­ten und ehm. Label­be­trei­ber Mar­cus Staiger dis­ku­tie­ren.

Im Anschluss:

Jenseits des Geschlechterprinzips“ – Kritische Theorie und Gender

Vor­trag mit Dr.in Karin Stö­g­ner (Uni­ver­si­tät Wien)

Diens­tag, 04.07., 20:00 Uhr, IG Far­ben Cam­pus PEG 1.G 165

Kri­ti­sche Theo­rie ist nicht im enge­ren Sinn femi­nis­ti­sche Theo­rie, bie­tet jedoch eine Rei­he von Anknüp­fungs­punk­ten. Das Ver­hält­nis des Femi­nis­mus zur älte­ren Kri­ti­schen Theo­rie ist des­halb zumin­dest ambi­va­lent. Und doch fällt auf, dass in den Pro­gramm­schrif­ten der älte­ren Kri­ti­schen Theo­rie den Geschlech­ter­ver­hält­nis­sen brei­ter Raum zukommt: Sub­jekt­kon­sti­tu­ti­on, Arbeits­tei­lung, Ver­hält­nis von Gesell­schaft und Natur – sol­che Kon­stel­la­tio­nen von Zivi­li­sa­ti­on wer­den von Hork­hei­mer und Ador­no zumal an den Geschlech­ter­ver­hält­nis­sen nicht nur exem­pli­fi­ziert, son­dern die­se bil­den manch­mal, unauf­fäl­lig, das Zentrum, um das die Begrif­fe krei­sen, mit denen sie die Dia­lek­tik von Mythos und Auf­klä­rung fassen.
Der Vor­trag geht dar­auf ein, wie in der Theo­rie Hork­hei­mers und Ador­nos die Kate­go­rie Geschlecht gefasst ist, wel­che Bedeu­tung ihr zukommt und in wel­chem Ver­hält­nis zu ande­ren gesell­schaft­li­chen Struk­tur­ka­te­go­rien sie sich bewegt. Aus­ge­hend von einer Kri­tik des Ödi­pus­kom­ple­xes als Vor­weg­nah­me einer erst gesell­schaft­lich errich­te­ten Gen­der­bi­na­ri­tät wird auf die Kri­tik einer Iden­ti­täts­lo­gik ein­ge­gan­gen, wel­cher die Geschlech­ter­ver­hält­nis­se zen­tral sind.

Pop, Politik, Populismus“

Vor­trag mit Klaus Wal­ter und Felix Trautmann

Frei­tag, 24. März, 19:30, Café KoZ

Nach Donald Trumps Wahl­sieg haben sich erwar­tungs­ge­mäß vie­le Pop­stars ent­setzt, empört und bestürzt geäu­ßert. Die Oba­mas pfleg­ten einen engen Umgang mit Pop, Barack gab sich als Fan von Chan­ce the Rap­per und Kendrick Lamar, Künst­le­rin­nen wie Nicki Minaj und Janel­le Monáe, Ste­vie Won­der und Usher gin­gen im wei­ßen Haus aus und ein, Michel­le begeis­tert in der Come­dy-Show »Car­pool Karao­ke« mit Gesangs­ein­la­gen und einem Rap mit Mis­sy Elliott.

Die Oba­mas impor­tier­ten Posen aus dem Pop und Soul in die Poli­tik und insze­nier­ten sich so selbst wie Pop­stars. Die Alli­anz aus Pop und Poli­tik pro­pa­gier­te dabei einen Wer­te­ka­non, nach dem kein Mensch wegen Haut­far­be, Geschlechts und sexu­el­len Orientie­rung dis­kri­mi­niert wer­den darf. Trump dien­te das wie­der­um als Vor­la­ge für die Feind­bild­kon­struk­ti­on einer Pop-und Polit-Eli­te, die mit ihrer poli­ti­cal cor­rect­ness die Bevöl­ke­rung schikaniert.

Bedeu­tet die Wahl von Trump also auch den Nie­der­gang des Pop oder nur eine Ver­schie­bung sei­ner Rol­le? Klaus Wal­ter wird in sei­nem Vor­trag dem Ver­hält­nis von Pop und Poli­tik nach­ge­hen, dar­an anschlie­ßend wird Felix Traut­mann das „Popu­lä­re“ als gegen­wär­tig stark umkämpf­ten Bezugs­punkt zwi­schen Popu­lis­mus und cul­tu­ral poli­tics nachzeichnen.

Im Anschluss BARABEND mit Platten

Dogmatik und Differenz I: Epistemische Architekturen. Zu den Denkformen der Diaspora und Kritischer Theorie“

Vor­trag mit Almút Sh. Bruck­stein (Ber­lin) und einer Respon­se von Tho­mas Ves­ting (Frank­furt)

Mitt­woch, 5. Janu­ar, 18:00 Uhr, Uni Frank­furt HZ 14

Almút Sh. Bruck­stein (Ber­lin) wird in ihrem Vor­trag die kos­mo­po­li­ti­schen Struk­tu­ren rab­bi­ni­scher und ande­rer dia­spo­ri­scher Denk­for­men und ihre Ver­wandt­schaft zur Denk­tra­di­ti­on der Kri­ti­schen Theo­rie expli­zie­ren. Hier­zu über­setzt sie die Denk­mus­ter von rab­bi­ni­schen Tex­ten, von Traum­tex­ten, Dich­tung und Mne­mo­sy­ne als eine beson­de­re Art von Denk­räu­men und gibt einen Aus­blick auf ihre Arbeit in der Gestal­tung von öffent­li­chen Räu­men für Kunst und kri­ti­schen Diskurs.

Tho­mas Ves­ting (Frank­furt) wird in sei­ner Respon­se die Bedeu­tung des her­me­neu­ti­schen Ansat­zes für ande­re Wis­sen­schaf­ten, insb. für das Recht her­aus­stel­len und in Bezug zum Begriff des Expe­ri­men­tal­sys­tems setzen.

ReMarkierung, Veruneindeutigung, Vervielfältigung. Geschlecht und Sexualität im Zuge neoliberaler Transformationsprozesse“

Vor­trag mit Andrea Mai­ho­fer (Basel)

Don­ners­tag, 12. Janu­ar 2017, 18 Uhr (c.t.), HZ 14

Der Vor­trag ver­han­delt die der­zeit zu beob­ach­ten­de Gleich­zei­tig­keit einer Ver­flüs­si­gung von Geschlech­ter­iden­ti­tät und eines wie­der­erstar­ken­den Bedürf­nis­ses nach ein­deu­ti­gen geschlecht­li­chen Iden­ti­tä­ten, das in aktu­el­len „Anti-Gen­der-Dis­kur­sen“ auf­taucht, die sich gegen Gleich­stel­lungs­po­li­tik, Gen­der-Stu­dies an den Uni­ver­si­tä­ten und Sexu­al­päd­ago­gik richten.